Eine historische Stadt erzählt aus Ihrer Geschichte

Oberwölz und seine Umgebung gehörten von 1007 bis 1803 zum Bistum Freising in Bayern.

Die Siedlung lag am Anfangs-/Endpunkt des Alpenübergangs über das Glattjoch, welcher jahrhundertelang ein wichtiger Handelsweg innerhalb der Steiermark, aber auch zwischen Bayern und Italien war. 1305 hatte Oberwölz bereits das Stadtrecht. Im selben Jahr ist auch die Stadtbefestigung dokumentiert, von der noch drei Stadttore und ein Großteil der Wehrmauer erhalten sind.

Im Mittelalter wohnten innerhalb der Stadtmauern etwa 2000 Personen. Viele von ihnen fanden Arbeit in den zahlreichen Handwerksbetrieben und Schenken, denn der Fernhandel verursachte schon damals ein reges Kommen und Gehen. Die Bürger gelangten aus diesem Grund zu Wohlstand und Ansehen, was sich heute noch am Erscheinungsbild des Hauptplatzes ablesen lässt: Obwohl die Ausrichtung der Häuser – die Traufseite ist seit langer Zeit dem Platz zugewandt - nicht mehr original erhalten ist, lässt die weitgehend fugenlose Aneinanderreihung der Gebäude ihren mittelalterlichen Ursprung erkennen.

Tatsächlich stammt das Erdgeschoß aller Häuser rund um den Hauptplatz aus dem 15./16. Jh.: Hinter den meist halbrunden Haustoren verbergen sich mächtige Tonnengewölbe sowie dicke Steinmauern. Die älteste Bausubstanz ist im Haus „Zum Platzschuster“ rechts gegenüber der Pestsäule erhalten, es verfügt als einziges Gebäude auf dem Hauptplatz über ein gotisches Spitzbogenportal.

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, einige alte Bürgerhäuser fassaden-schonend zu renovieren und einer modernen Nutzung zuzuführen, wie z.b. das „Speikerhaus“, das Stadtgemeindeamt, das ehemalige Freisinger Amtshaus und das JUFA Hotel. Diese Häuser haben jedoch eine sehr interessante Vergangenheit, die der Besucher bei Stadtführungen erfahren oder selbst in diversen Broschüren des Tourismusverbandes nachlesen kann.

Durch einen Nahversorger, eine Tankstelle, Gasthöfen und mehrere Cafes ist der Hauptplatz von Oberwölz immer belebt, was besonders in den Sommermonaten durch den regen Betrieb in den Gastgärten unterstrichen wird.

Gäste finden unmittelbar vor, aber auch innerhalb der Stadt ausreichend Parkmöglichkeit, um dem historischen Zentrum oder einem der Museen einen Besuch abzustatten.

Der Platz wird im Norden vom Schöttltor und im Süden von der wuchtigen Stadtpfarrkirche zum hl. Martin abgeschlossen, sodass er gelegentlich zur Gänze für Veranstaltungen genutzt werden kann.